Ein Schluss könnte so aussehen, dass man nochmals dorthin geht, wo es begonnen hat, im Pianogarten im Wäldli gleich neben der WC-Anlage. Hier weht ja alles durch: die Soundfetzen vom Gelände, die Gerüche und die Menschen, die vielleicht rasch einen Ort der Nichtbeobachtung suchen, oder sich einfach verirrt haben, oder einfach Lust haben, an die verrottenden Instrumente zu sitzen. Aber eben: es war um kurz vor Mitternacht noch gar nicht Schluss, als Danis Kobilic im Klavier Chords und Notes und Ghostnotes gefunden hat. Deshalb: one more time raus, gleich ins Clubhaus, wieder einmal zu DJ Fett, und einem Set für die Herzen, mit Songs, die nur er so auflegen kann, mit Hitsingles, die nun auch näher in die Gegenwart reichen. Daft Punks «One More Time» klang noch nie so warm und schön.
Und auch one more time zurück, hin zu Milkweed und ihrem von mir so lang erwarteten Set. Würde das Duo hier, zur Hauptzeit auf der B-Stage, vielleicht gar ein paar ihrer geheimen Hits spielen, «Exile of the Sons of Uisliu» beispielsweise? Na, eher war das Gegenteil der Fall. Milkweed suchten im Banjo, in ihren Tapes und ihren Erzählungen nach Geistern, nach Menschen, die vor Jahrhunderten vielleicht von den Bergen hinabgestiegen sind und nach 122-jährigen Personen, die als Wiedergänger:innen auftauchten. Immer wieder: ein Stopp, ein neuer Noise, ein anderes Taperauschen, wohnt hier was? Vielleicht in diesem neuen Stotter-Beat oder in diesem Glöcklein, das vor dem Untergang noch einmal bimmelt (weil was passiert eigentlich nach heute)? Gewitter und Stürme: auch in diesem so schwer zugänglichen Set eines Duos, das mich in einen weirden Bann zieht.
Und noch weiter zurück in den späten Nachmittag, hin zu Remo Helfensteins «Spite»-Musik, gespielt von allen Albummusiker:innen (aka Klara Germanier, Manuel Troller, Olivier Vogel und Raphael Loher, nach seinem Piano-Hauskonzert gleich wieder auf der Bühne); es ist ein psychedelischer Gospel, der gerade am Festivalschlusstag sehr nahe geht, so softly.
Wo war aber denn nun wirklich Schluss, an diesem Tag mit der grossen und umarmenden Performance von Colin Self // mit einer neuen Erscheinung von Hometrainer Vinnieragua, dieses Mal als tolle Acid Band im zugänglichen Haus // mit der zeitgleichen Brennessel-Performance (und dem besten Rauchmaschinen-Special-Effect) // mit den Hardbangern von Alex Wilcox?
Zum letzten Mal in die B-Stage, zu Microplastics, jener Band mit Aya an den Drums (und auch Gitarre), mit Jennifer Walton an Gitarre (und auch Drums), mit 96 Back an Geräten und Voice. Die Berechnung des Rauminhalts geschieht als Broken-Hardcore-Band, die splitternden Clubs und Songs der jeweiligen Soloprojekte höchstens als Informationsmittel, und nicht mehr. Schrei noch one last time an der Kilbi – bis zum Drift in die anderen Alltage.
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